Richtig Packen für Deine E-Bike Reise

Fahrradreisen sind gerade in den Sommermonaten eine coole Möglichkeit, um Land und Leute an diversen Destinationen besser kennenlernen zu können. Dabei sind gerade E-Bike Touren immer mehr im Kommen, was einerseits damit zusammenhängt, dass immer mehr Menschen E-Bikes besitzen, andererseits sind E-Bike Touren auch einfach ein besonderes Erlebnis. Man schafft deutlich mehr Kilometer, als mit einem „normalen“ Fahrrad und ist dabei auch weniger verschwitzt dank der elektrischen Unterstützung. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club machten 2021 etwa 42 Millionen Deutsche mindestens einen Tagesausflug mit dem Fahrrad.

Wie bei einer Tour mit einem herkömmlichen Rad, solltest Du auch bei einer E-Bike Tour vorher wohl überlegen, was Du mitnehmen möchtest. Denn es gibt weniger nervigeres, als ein fehlendes Ausrüstungs-, Kleidungs- oder Reparaturteil, vor allem, wenn Du in wenig besiedelten Regionen unterwegs bist. Daher schauen wir in diesem Artikel einmal mit Dir zusammen, was Du für Deine Reise mit Deinem E-Bike alles einpacken solltest, um eine möglichst schöne und sichere Erfahrung zu haben.

Bevor Du zu packen beginnst…

solltest Du Dir genau anschauen, wo Deine Reise genau hingeht und Dir einige Fragen stellen. Wie ist das Wetter vor Ort bzw. was sind die Wetterprognosen für Deine Reisezeit? Das Wetter und der erwartete Niederschlag beeinflussen Deine Kleidungswahl maßgeblich. Deshalb solltest Du überprüfen, ob Du geeignete Klamotten hast, die gut für eine Radtour geeignet sind. Gerade in Deutschland darf eine dünne, leicht zu verstauende Regenjacke eigentlich nicht fehlen, da es hier auch in den Sommermonaten gerne mal regnet. Auch Multifunktionskleidung ist super für eine Radtour, da sie wenig Platz wegnimmt und lange getragen werden kann. Wenn Dir entsprechende Kleidung noch fehlt, kannst Du ja mal hier oder hier vorbeischauen – vielleicht ist ja etwas für Dich dabei!

Außerdem sind wichtige Fragen vor dem Packen: Welche Unterkünfte hast Du gewählt oder planst Du anzusteuern? Viele Hotels oder B&B’s haben eigene Fahrradgaragen, in denen Du über Nacht Dein E-Bike aufladen kannst. An Strecken, die besonders beliebt sind bei Radlern, wie dem Elberadweg oder der Mosel haben auch einige Cafés und Gaststätten geeignete Lademöglichkeiten. Bei Airbnb’s und anderen privaten Unterkünften, solltest Du nachfragen, ob Du einen geeigneten Stellplatz für Dein E-Bike findest. Die Unterbringung Deines E-Bikes ist ein wichtiger Punkt, denn: ist der Akku Deines E-Bikes nicht entnehmbar brauchst Du einen geeigneten Ladeplatz. Eine weitere wichtige Überlegung: Wie viel Stauraum hast Du zur Verfügung? Heißt im Klartext: wie viele Satteltaschen stehen Dir zur Verfügung bzw. brauchst Du eventuell noch welche? Vom Tragen eines Rucksacks raten wir aufjedenfall ab, da dieser nach einigen Kilometern sehr unangenehm wird und Dich unnötig ins Schwitzen bringt. Je nachdem wie viel Stauraum Du hast musst Du eventuell bei Deiner Packliste priorisieren. Bei Deinen Satteltaschen solltest Du vor allem darauf achten, dass sie wasserdicht zugepackt werden können – es gibt wohl wenig blöderes als nasse Klamotten, weil es in Deine Satteltasche(n) reingeregnet hat.

Fahrradsattel
Vor dem Start Deiner Tour sollte Dein E-Bike in bester Verfassung sein

Des Weiteren sollte Dein E-Bike in einem guten Zustand sein. Idealerweise lässt Du das in einer Werkstatt noch einmal überprüfen und etwaige Fehler direkt reparieren. Aber auch zu Hause kannst Du einige Ungereimtheiten bereits vor dem Start reparieren. Indem Du vor der Abfahrt Dein E-Bike auf Herz und Nieren überprüfst vermeidest Du Pannen, die Deine Tour unnötig erschweren. Um zu gewährleisten, dass Du eine komfortable Tour hast, solltest Du schauen, dass Du den für Dich richtigen Sattel und eine belastungsextensive Sitzgeometrie gewählt hast. Daher solltest Du schon gut an Dein E-Bike gewöhnt sein und nicht ein nagelneues E-Bike für tagelange Touren benutzen.

Eine Probetour, die die Tageskilometerzahl während Deiner Tour simuliert, ist ein guter Indikator, um zu sehen, ob irgendetwas übermäßig zwickt oder Du Dich unwohl auf Deinem Gefährt fühlst. Wenn ja, dann solltest Du Parameter wie Lenker- oder Sattelhöhe vor Deiner Tour noch einmal neu einstellen. Wenn Du dabei Hilfe benötigst, dann kann Dir da sicherlich der Fahrradhändler Deines Vertrauens behilflich sein.

Wenn Dein E-Bike in ordentlicher Verfassung ist, solltest Du als Nächstes Deine Route planen. Dafür empfehlen sich Apps, wie Komoot, die Du während Deiner Tour auch ohne Internet nutzen kannst. Ob Du mit Handy oder ohne navigieren möchtest, solltest Du Dir bereits jetzt einzelne Tagesetappen zusammenlegen – dabei gilt: unterschätze Dich lieber und plane lieber 10 Kilometer „zu wenig“ als zu viel ein. Es gibt nämlich nichts ätzenderes als völlig erschöpft noch mehrere Kilometer vor Dir zu haben und plane ausreichend Pausen für Essen & Trinken und wenn Du magst Sehenswürdigkeiten ein – es ist ja schließlich auch Dein Urlaub. Du kannst schon vorher alle Deine Unterkünfte buchen, wenn Du etwas flexibler während der Reise bleiben möchtest, kannst Du Dir mehrere Unterkünfte pro Etappe raussuchen und dann spontan am Tag buchen – das geht vor allem in der Nebensaison gut. Sobald Du Deine Route geplant hast, kannst Du Dich daran machen Dein Zubehör zu packen. 

Packliste

Wie gesagt je nachdem, wo Du hinfährst, welche Strecken Du befährst, wie das Wetter wird etc. kann sich Deine Packliste verändern. Hier wollen wir Dir mal ein paar Essentials auflisten, die in jedem Fall nützlich sind – unabhängig von Deinem Reiseziel und der von dir geplanten täglichen Kilometerzahl.

  • Helm: Die Strecke, die Du befährst bist Du in der Regel noch nie gefahren und Du fährst wahrscheinlich längere Strecken als sonst, was zu Ermüdung und Unachtsamkeit führen kann – ein Helm ist da wichtiger denn je! Es gibt auch neue Entwicklungen bei Fahrradhelmen, die es Dir erlauben ohne klobigen Aufsatz auf dem Kopf zurechtzukommen. Lies gerne unseren Artikel über Fahrradhelme.
  • Kleines Reparaturset: Auf einer Tour kommt es durch die hohe Kilometerzahl verhältnismäßig öfter zu Pannen an Deinem E-Bike. Um Dir den Trip in die nächste Kommune zu sparen ist es sehr wichtig ein paar Ersatzteile für die häufigsten Probleme dabei zu haben. Dazu gehören: Ein Fahrradschlauch-Patch Kit inklusive Schmirgelpapier, Flicken und Ersatzschläuche und ein paar Imbusse schaden auch nicht, wenn Du noch Veränderungen an Deinem E-Bike vornehmen musst. Dieses Set zum Beispiel ist ein gutes Kit für Notfälle und dient als Orientierungshilfe für wichtige Dinge für eine mögliche Reparatur.
  • Kleine Handpumpe: Genau wie beim vorherigen Punkt, ist es für den Fall der Fälle immer sehr nützlich eine kleine Luftpumpe dabei zu haben. Deine Reifen können bei längeren Touren Luft verlieren, vor allem wenn Du einen Platten hast. Hier findest Du eine Auswahl mehrerer kleiner Luftpumpen. Wenn Du ganz sicher sein willst, wähle eine, die sowohl auf Autoventile als auch auf französische Ventile ausgelegt ist – so können auch andere Radler von Dir profitieren.
  • Navigationsgerät: Um vernünftig voranzukommen auf Deiner Tour, brauchst Du ein geeignetes Navigationsgerät. Der Klassiker der Fahrradkarten nimmt recht viel Platz weg und ist auch nicht flexibel, falls es zu Sperrungen auf Deiner Route kommt. Wir haben in diesem Artikel mal ein paar Smartphone-Apps zusammengefasst, die Dir gut assistieren können. Alternativ gibt es auch extra Navigationsgeräte oder Dein E-Bike Display unterstützt eine Navigationssoftware – das macht das ganze noch entspannter.
  • Bequeme und funktionale Kleidung: Wie zuvor schon erwähnt, sollte Deine Kleidung möglichst platzsparend sein und lange tragbar sein. Je nachdem, wie sportlich Du es haben möchtest, solltest Du Bequemlichkeit und Funktionalität unterschiedlich gewichten. Gerade Radlerhosen mit Polsterung sind eine Investition wert, da Dein Gesäß lange Sitzzeiten aushalten muss. Das altbewährte Rei in der Tube kann auch eine Überlegung wert sein, um weniger Klamotten mitnehmen zu müssen. Wenn Du Regen erwartest ist dünne und schnellzusammenpackbare Regenkleidung ein absolutes Muss.
  • Ausreichend Trinken: Genug Trinken ist essentiell, um Deinen Körper einsatzfähig zu halten. Gerade wenn Du in dünn besiedelten Regionen radelst, solltest zu jeder Zeit mindestens zwei Liter „Reservewasser“ bei Dir führen. Das ist natürlich viel Gewicht, was Du mitbewegst, aber im Falle einer Panne wirst Du uns für diesen Tipp danken. 
  • Energiereiche Snacks: Etwas weniger essentiell als Trinken ist das Essen, aber der berühmte Hungerast ereilt nicht nur Radprofis bei der Tour de France. Um möglichst viel Platz zu sparen, empfehlen wir energiereiche Snacks, wie Müsliriegel, Nüsse, Datteln etc. Deine Snacks sollten wenig Platz wegnehmen und Dir bei wenig Gewicht viel Energie liefern.

Was auch noch nützlich sein kann:

  • Powerbank: Wenn Du die Navigation Deiner Tour über Dein Smartphone regelst und nicht regelmäßig in Cafés halten möchtest oder kannst, kann eine Powerbank zum Laden eine sinnvolle Überlegung sein.
  • Fahrradapotheke: Solltest Du trotz bequemer Kleidung Schmerzen am Gesäß oder anderen Stellen haben, dann ist das ganz normal, denn Dein Körper ist diese langfristige Belastung nicht gewöhnt. Um Deine Muskeln etwas zu entlasten können Salben wie Voltaren helfen und wenn Du wunde Stellen hast, gibt es spezielle Wundsalben, die Abhilfe schaffen können.

Fazit

Deine E-Bike Tour erfordert ein wenig Planung, damit Du gut vorbereitet bist und eine gute Zeit haben kannst. Nachdem Du Dein Bike noch einmal gewartet hast, Deine Destination und die dazugehörige Route geplant hast kann es schon mit dem Packen losgehen. In diesem Artikel haben wir Dir die allernötigsten Dinge aufgelistet, die Dir eine gute Radtour bescheren sollte. Was Du für Deinen persönlichen Komfort sonst noch brauchst wissen wir nicht, aber: immer drauf achten, dass es leicht verstaubar ist. Dir eine gute Fahrt und genieß die Zeit in hoffentlich schöner Umgebung!