E-Bike Rahmen

Die richtige Rahmenhöhe, aber vor allem auch die passende Rahmenform sind sehr wichtig für den optimalen Komfort beim Fahren Deines E-Bikes. Aufgrund der höheren Eigengewichte und anderen Anforderungen an E-Bikes gab es in diesem Segment kontinuierliche Weiterentwicklungen der jeweiligen Rahmen.  

Die grundlegenden Rahmenformen unterscheiden sich aber kaum zu nicht elektrisierten Fahrrädern. Die Fragen zu den wesentlichen Rahmentypen samt Vor- und Nachteilen, den passenden Einsatzgebieten und welcher Rahmen zu Dir passt wollen wir in diesem Beitrag beantworten. 

Was ist was an einem E-Bike Rahmen? 

Bevor wir auf die einzelnen Arten von E-Bike-Rahmen eingehen und mit Fachwörtern um uns schmeißen, ist es gut erst einmal zu klären, welche wichtigen Teile es an einem Fahrradrahmen überhaupt gibt. Auf der nachfolgenden Abbildung siehst Du alle wichtigen Elemente, die bei den verschiedenen Rahmenformen variieren können. Die Komponente, die zwischen den einzelnen Rahmenformen am meisten variiert ist das Oberrohr. Das Oberrohr ist maßgeblich beteiligt bei der Rahmenform und wie leicht Du Dich auf Dein E-Bike schwingen kannst. 

Das Unterrohr hingegen ist in manchen Rahmenformen gerade und in manchen eher geschwungen, aber generell sind hier die Unterschiede nicht so groß. Die nachfolgenden Elemente besitzt jeder E-Bike Rahmen, natürlich in kleinen Abweichungen, wenn es um Design und Größe geht: Das Steuerrohr beinhaltet Deinen Lenker und Deine Vorderradgabel. Dein Sitzrohr ist mit Deinem Sattel ausgestattet und bestimmt Deine Sitzhöhe und damit maßgeblich Deine Sitzhaltung. Vom Sitzrohr bzw. dem Tretlager vereinen sich Sitz- und Kettenstrebe an Deinem Hinterrad.  

Wie finde Ich die richtige Rahmenhöhe 

Nachdem wir nun geklärt haben, welche Komponenten ein typischer E-Bike Rahmen beinhaltet, zeigen wir Dir nun, wie Du die für Dich richtige Rahmenhöhe bestimmen kannst. Die passende Rahmenhöhe es essentiell für Dein Wohlbefinden während und nach dem E-Bike Fahren, da die falsche Rahmenhöhe zu falscher Haltung und somit zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Neben der Rahmenhöhe sind die Lenker- und Sattelhöhe, aber auch der von Dir verwendete Sattel, sowie die richtigen Griffe ausschlaggebend für Deine richtige Sitzhaltung. 

Für E-Mountainbikes gilt generell die Formel Bein-Innenlänge*0,574= Rahmenhöhe und für E-Trekking und E-City Bikes ist die Rahmenhöhe= Bein-Innenlänge*0,66. Diese Formeln geben nur einen ersten Richtwert, da lediglich die Bein-Innenlänge nicht viel über Deine persönlichen Proportionen aussagt. Wir empfehlen anhand dieses ersten Richtwertes verschiedene Rahmenhöhen zu testen. 

Diamantrahmen 

Der Diamantrahmen ist wohl einer der bekanntesten und zeitlosesten Rahmen. Das hohe Oberrohr ist zwar schwer zu übersteigen, bietet dafür aber eine sehr sportliche Sitzposition. Bei den meisten E-Bikes mit Diamantrahmen fällt das Oberrohr leicht nach Hinten ab – das sogenannte „sloping“. Dies ermöglicht eine aufrechtere Sitzposition zu, um die Hals- und Nackenwirbel zu schonen. Durch das abfallende Oberrohr verlieren diese E-Bikes aber nichts an Sportlichkeit und Fahrdynamik. 

Die Vorteile eines Diamantrahmens sind neben der Sportlichkeit eine hohe Stabilität auch bei geringem Materialeinsatz, was niedrige Gewichte erlaubt. Die Stabilität kommt durch die hohe Verwindungssteifigkeit zu Stande: Diamantrahmen sind sehr wartungsarm. Zu den Nachteilen gehört zum einen der hohe Aufstieg und der Fakt, dass die Verwindungssteifigkeit bei größeren Rahmenhöhen abnimmt. 

Waren Diamantrahmen historisch nur bei Herrenfahrrädern zu finden, wollen wir es mal so sagen: Diamantrahmen machen für alle Sinn, die sich ein sportliches Fahrverhalten ihres E-Bikes wünschen und dafür auch den vergleichsweise unbequemen Aufstieg tolerieren. Diamantrahmen findet man sehr oft bei Trekking und Renn E-Bikes, aber mittlerweile auch bei City und Urban E-Bikes. 

Crossbike vor Bergpanorama

Mountainbike-Rahmen 

Ähnlich wie Diamantrahmen erlauben Dir auch E-Bikes mit einem Mountainbikerahmen eine sehr sportliche und eher gebeugte Sitzposition. Das ist auch gut so, denn im Gelände kannst Du Stöße somit auch gut mit den Händen und Armen abfangen und das ganze Gewicht lastet nicht auf Deinem Hintern und Deiner Wirbelsäule.  

Die ersten Rahmen von Mountainbikes waren noch sehr gestreckt mit einem langen Oberrohr, was eine weit nach vorne gezogene Sitzposition zur Folge hatte. Im Laufe der Zeit haben sich kompakte Rahmen mit immer aufrechteren Sitzpositionen und somit einer gesünderen Rahmenergonomie durchgesetzt.  

Zu den Vorteilen eines Mountainbikerahmens zählt die hohe Stabilität bei gleichzeitiger Wendigkeit und Agilität. Wie schon erwähnt forcieren auch die neuesten Mountainbikerahmen eine eher gebeugtere Sitzhaltung – das solltest Du vor allem bei fortgeschrittenem Alter im Hinterkopf behalten! Wenn Du sportaffin bist und am Liebsten abseits befestigter Wege unterwegs bist, ist ein Mountainbikerahmen für Dich optimal.  

Trapezrahmen 

Eine abgewandelte Form des Diamantrahmens findest Du im Trapezrahmen. Das Oberrohr fällt bis etwa auf die Mitte des Sitzrohres ab, was einen leichteren Aufstieg zur Folge hat. Früher waren speziellere Trapezrahmen wie der Mixte-, Berceau- oder Anglaise-Rahmen verbreitete Varianten, aber unter den heutigen Trapezrahmen finden diese kaum noch Beachtung. Die meistverbreitete Form bei E-Bikes hat ein geradlinig abfallendes Oberrohr. 

Der Einsatzbereich eines E-Bikes mit Trapezrahmen ist sehr ähnlich wie der eines Diamantrahmens: Durch die sportliche Sitzhaltung ist der Trapezrahmen ideal für längere Touren, die gerne auch mal auf unebenen Wegen stattfinden. Diese Sportlichkeit kombiniert ein Trapezrahmen mit dem genannten leichteren Aufstieg, der den Komfort merklich erhöht. Trapezrahmen sind im Vergleich zu Diamantrahmen nicht so verwindungssteif und die Fertigung bedarf einen höheren konstruktiven Aufwand.  

Wenn Du gerne längere Touren fährst und einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort suchst, bist Du bei Trapezrahmen genau richtig. 

Wave & Tiefensteiger-Rahmen 

Der Wave-Rahmen ist allgemein auch als Tiefeinsteiger-Rahmen bekannt, aber es gibt einen kleinen Unterschied zwischen den Beiden. Ein Wave-Rahmen besitzt ein kaum erkennbares Oberrohr, während dieses beim Tiefeinsteiger-Rahmen komplett fehlt. Beide Rahmentypen erinnern durch ihr s-förmig geschwungenes Unterrohr an einen Schwanenhals und erlauben einen sehr tiefen bzw. komfortablen Einstieg. 

Bei beiden Rahmenformen ist der Bereich um das Tretlager herum mit einer Strebe verstärkt, da dieser Bereich starker Belastung ausgesetzt ist. Der Durchstieg vor dem Tretlager wird immer weiter nach unten verschoben, sodass mittlerweile auch U-Rahmen als Variante von Tiefeinsteiger-Rahmen bei E-Bikes zu finden sind. Generell sind gerade Tiefeinsteiger-Rahmen sehr im Kommen und keinesfalls nur bei City E-Bikes vertreten.  

Die Vorteile sind neben dem leichten Aufstieg noch eine nackenschonende und aufrechte Sitzposition, sowie ein stabiles Fahrgefühl. Wave- und Tiefeinsteiger-Rahmen sind allerdings weniger verwindungssteif und benötigen einen höheren Materialaufwand, um Stabilität zu erreichen. Gerade für ältere Menschen sind Wave- und Tiefeinsteiger-Rahmen sehr interessant, aufgrund des hohen Komforts. Das Einsatzgebiet erstreckt sich vom städtischen Gebiet bis zu ausgiebigen Touren. Von Trailabfahrten oder Ähnlichem solltest Du mit einem solchen Rahmen eher absehen, aufgrund der fehlenden Stabilität. 

Faltrahmen 

Eine sehr spezielle Rahmenart findest Du in den sogenannten Faltrahmen. Die Hauptaufgabe dieser Rahmen besteht darin sich in wenigen Handgriffen möglichst klein falten zu lassen. Dieser Faltvorgang findet über ein Hauptgelenk statt, welches Dein E-Faltrad in wenigen Handgriffen in ein handliches Paket verwandelt. 

E-Bikes mit einem Faltrahmen besitzen meist eine lange Sattelstütze und Lenksäule, um Dir einen aufrechten Sitz zu ermöglichen. Der Vorteil dieser Rahmenform ist definitiv die Möglichkeit des Zusammenfaltens und der damit verbundenen Flexibilität, wohin Du Dein E-Bike mitnehmen kannst. Der Faltmechanismus erfordert einen hohen Konstruktionsaufwand. Für flexible Stadttouren ist dieser Rahmentyp ideal, aber abseits befestigter Straßen bieten diese verhältnismäßig kleinen Rahmen nicht genug Stabilität. 

Junge Frau mit Notebook

Was ist denn nun der richtige Rahmen für mich? 

Die Frage nach dem richtigen E-Bike Rahmen sollte Hand in Hand gehen mit der Frage nach dem Einsatzgebiet Deines E-Bikes. Ein Mountainbike-Rahmen wird nicht ohne Grund bei einem E-Mountainbike verbaut und so weiter. Diamant- und Trapezrahmen sind für sportliche und lange Touren bei leicht gebeugter Sitzhaltung ausgelegt. Solltest Du lieber etwas aufrechter sitzen und hast Probleme beim Aufstieg über hohe Oberrohre lohnt sich ein Blick auf Wave- und Tiefeinsteiger-Rahmen. Tiefeinsteiger-Rahmen sind aktuell voll im Kommen und Du findest diese komfortablen E-Bikes nicht nur im City-Bereich. 

Die Geometrie und Höhe Deines Rahmens bestimmen maßgeblich die Sitzposition, die Du auf Deinem E-Bike einnehmen wirst. Daher solltest Du Dir genug Zeit nehmen, um den richtigen Rahmen bzw. die richtige Sitzposition zu finden durch Probefahrten zu finden. Vor allem im Freizeitbereich ist eine eher aufrechtere Sitzposition zu empfehlen, da diese Deinen Nacken- und Halsbereich schont.