Fahrradhelme

Ob auf langen Touren oder im wuseligen Stadtverkehr: ein Fahrradhelm ist der wichtigste Schutz vor schweren Verletzungen wie Schädelbrüchen oder Hirnblutungen. In Deutschland kamen 426 Radler im Jahr 2020 ums Leben, wovon ungefähr die Hälfte durch Kopfverletzungen verursacht wurden. In Deutschland gibt es zur Zeit keine generelle Helmpflicht für Fahhräder und Pedelecs bis 25 km/h, obwohl sich laut einer Umfrage zwei Drittel für eine solche Pflicht aussprechen.  

Gerade für E-Bike Fahrer ist der richtige Helm enorm wichtig, da mit den elektrischen Zweirädern starke Beschleunigungen und hohe Geschwindigkeiten möglich sind. Worauf Du beim Thema Fahrradhelm achten solltest um auf der sicheren Seite zu sein, und ob sich Helme speziell für E-Bikes lohnen, erfährst Du in diesem Beitrag. 

Was macht den richtigen Helm aus? 

Bevor Du Dich um den richtigen Helm kümmerst, empfehlen wir ein Fahrsicherheitstraining, damit Du sicher auf Deinem Fahrrad oder Pedelec unterwegs bist. Der Tragekomfort ist enorm wichtig und sollte nicht zu kurz kommen, um auch bei langen Touren einen kühlen Kopf bewahren zu können. Dieser Komfort wird gewährleistet durch eine gute Ventilation des Helmes und einem leichten Gewicht von ca. 200 bis 300 Gramm. Das Gewicht des Helmes kannst Du unter dem CE-Zeichen ablesen.  

Nützliche Features für Deinen Helm sind ein Regenschutz und eventuell ein Visier, das vor Fahrtwind und Insekten schützt. Gerade für nächtliche Fahrten kann es von großem Vorteil sein, wenn Dein Helm ein integriertes Front- oder Rücklicht besitzt bzw. mit einem reflektierenden Material beschichtet ist. Noch ein wichtiger Tipp: Du solltest Deinen Helm nicht in direkter Sonne lagern, sonst kann sich die Helmschale verformen. Zudem solltest Du die Innenpads Deines Helms regelmäßig säubern und nach ca. fünf Jahren ein neues Modell besorgen. 

Siegel und Preise von Helmen 

Für den Handel zugelassene Helme müssen Stürze aus 1,5 Metern Höhe auf flachen Grund und von 1,05 Metern auf eine satteldachförmige Kante schadlos überstehen und bekommen das mit der EU Norm EN 1078 bestätigt. Zudem können Siegel von unabhängigen Instituten wie den CE-, GS- und TÜV-Zeichen Sicherheit beim Kauf geben.  

Ein guter Fahrradhelm bewegt sich preislich zwischen 80 und 120 Euro, aber es gibt auch deutlich teurere Modelle, die bis zu 250 Euro kosten können. Solche smarten Helme sind mit Mikros, einer Verbindung zu Handy-Apps, SOS-Funktionen im Falle eines Unfalls und noch vielen weiteren Features ausgestattet. Diese Add-Ons können den Komfort verstärken, aber das wichtigste an einem Fahrradhelm ist, dass dieser richtig sitzt. 

Wie sitzt der Helm richtig? 

Helmkauf im Laden

Besonders wichtig ist bei Deinem Helm, dass dieser die richtige Größe hat und bequem sitzt. Im Falle eines Sturzes kann ein falsch sitzender Helm selbst zur Gefahr werden. Daher solltest Du vor Deiner ersten Fahrt Deinen Helm Probetragen und sehr genau einstellen: Lediglich die Polsterelemente des Helmes sollten Kontakt mit dem Kopf haben – nicht der Helm selbst.

Die vordere Helmunterkante sollte sich etwa zwei Finger breit über der Nasenwurzel befinden und das Sichtfeld nicht einschränken. Das Kinnbändchen sollte ca. ein bis zwei Finger breit Platz bieten und die restlichen Bänder die Ohren gut umschließen. 

Um den Test zu machen, ob der Helm richtig sitzt, kannst Du nach der genauen Anpassung des Helmes durch Drehknopf und Schieber, Deinen Kopf schütteln und wenn der Helm nicht verrutscht, sitzt er richtig. Des Weiteren sollte der Helm auch bei einer Vorbeuge nicht verrutschen. 

E-Bike Helme 

Durch die hohen Geschwindigkeiten, die Du mit einem E-Bike erreichen kannst, steigt die Gefahr von bedrohlichen Unfällen. Dafür wurden in den letzten Jahren Helme entwickelt, die speziell als E-Bike Helme ausgewiesen sind. Diese E-Bike Helme sind robuster als herkömmliche Helme und verfügen zudem über eine höhere Aufpralldämpfung und eine besonders gute Belüftung.  

E-Bike Helme ähneln oft einem leichten Motorradhelm, da sie auch den Hinterkopf abdecken. Preislich liegen diese Modelle etwas über „normalen“ Fahrradhelmen. Die höhere Sicherheit kann es im Zweifelsfall aber wert sein und die bessere Belüftung sorgt für ein angenehmeres Tragen. Aber ganz wichtig: Auch der teuerste Helm bringt nichts, wenn er nicht richtig sitzt und somit beim Sturz verrutscht. 

Innovation aus Schweden 

Die Firma Hövding revolutioniert seit einigen Jahren den Markt für Fahrradsicherheit mit ihrem Airbag, der um den Hals getragen wird und anhand von Sensoren Aufprälle feststellt und wenn nötig innerhalb von 0,1 Sekunden auslöst. Laut Hersteller bietet der Airbag einen 8-Mal höheren Schutz als gewöhnliche Fahrradhelme. Durch das Tragen des Airbags am Hals bewahrt Deine Frisur ihre Form und Du kannst den Fahrtwind besser wahrnehmen. 

Der aktuelle Hövding 3 muss mit einem USB-Kabel aufgeladen werden, bevor Du ihn benutzen kannst. Per Bluetooth ist dein Handy mit dem Airbag verbunden und es werden im Falle eines Unfalls ausgewählte Notkontakte informiert. All diese Innovation hat aber ihren Preis, denn so kostet der Hövding 3 aktuell knapp 350 Euro. Dabei ist zu beachten, dass wie im PKW der Airbag nach einmaliger Auslösung nichtmehr zu gebrauchen ist. Die schwedische Helmalternative ist nur zu einem stolzen Preis zu haben, aber für den unschönen Fall eines Sturzes mit Kopfverletzung kann es die Investition allemal wert sein. 

Fazit 

Das Tragen eines Helmes ist gerade für E-Bike Fahrer enorm wichtig, um Kopfverletzungen zu vermeiden. Ein guter Indikator sind diverse Prüfsiege, die einen qualitativ hochwertigen Helm zertifizieren. Sichere Helme fangen preislich ab 80 Euro an und gehen bis zu 250 Euro mit diversen modernen Features. Wenn Du es satt bist Deinen Helm auf dem Kopf zu tragen bietet die schwedische Firma Hövding mit ihren Nackenairbags eine interessante Alternative. 

Die richtige Größe und der richtige Sitz Deines Helmes sind essentiell für Deine Sicherheit, sowohl bei „normalen“ Fahrradhelmen, als auch bei Helmen, die speziell für E-Bike Fahrer ausgelegt sind. Solche E-Bike Helme besitzen eine bessere Aufpralldämpfung und eine besonders gute Belüftung.